Konzept von Heilig Kreuz - Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität

Ansatz

Viele Menschen unserer Zeit suchen heiles und ganzheitliches Leben. Das bedeutet für sie, im Einklang mit sich selbst, mit ihrer Umgebung und mit Gott zu stehen. Es meint, den je eigenen inneren Weg zu gehen, Grenzen und Misslungenes zu integrieren und im Vertrauen auf Gott ein sinnerfülltes Leben zu finden.

Andere wünschen sich in ihrem anstrengenden Alltag Orte der Ruhe, wo sie in Stille und in der Gegenwart Gottes ihr inneres Gleichgewicht finden. Der Bischof von Limburg, Dr. Franz Kamphaus, hat in seinem Visitationsbericht von 2004 "Kirche in der Stadt" für die Frankfurt vorgeschlagen, in einzelnen Kirchen zentrale Anliegen der Stadtkirche zu verorten, um in Kooperation mit und in Ergänzung zur Pfarrpastoral die missionarische Dimension der Kirche zu stärken. Unter anderem hat er die Idee eingebracht, eine Kirche mit dem Akzent "Christliche Meditation und Spiritualität" zu profilieren. Die Fachstelle für katholische Stadtkirchenarbeit in Frankfurt hat dieses Anliegen aufgegriffen und in einer Projektgruppe ein Konzept erarbeitet, das von den Gremien des Bistums, der Stadtkirche und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz befürwortet und dem Bischof vorgelegt wurde.


Umsetzung

Mit Datum 15.1.2007 hat Bischof Dr. Franz Kamphaus die Profilkirche "Heilig Kreuz - Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität" in Frankfurt am Main errichtet.

Zum 1.7.2007 hat die Kirchengemeinde Heilig Kreuz die mit der Kirche und mit dem zugehörigen Gemeindezentrum bebauten Grundstücke dem Gesamtverband der Katholischen Kirchengemeinden Frankfurt übereignet, welcher die Betriebsträgerschaft des Zentrums für christliche Meditation und Spiritualität wahrnimmt.

Zum 1.8.2007 hat das Bistum Limburg die für das Zentrum geschaffenen Personalstellen mit drei Ordenschristen (zwei Missionsärztliche Schwestern und ein Franziskaner) besetzt. Ein Kuratorium, das die Aufgabe hat, die pastorale Tätigkeit des Zentrums zu begleiten, steht dem Team zur Seite.


Grundverständnis

Für das Team des Zentrums für christliche Meditation und Spiritualität stellt sich die Aufgabe, die Impulse des Bistums, der Stadtkirche und der Projektgruppe aufzugreifen und sowohl in theologischer als auch in programmatischer Hinsicht zu entfalten. Auf diesem Hintergrund ist das vorliegende Konzept entstanden. Wir verstehen christliche Spiritualität als eine alle Lebensbereiche umfassende Weise, menschliches Dasein im Glauben an Jesus Christus zu deuten und in der Spur des Evangeliums zu gestalten. So verstanden hat Spiritualität hat mehrere Aspekte. Sie ist

· kontemplativ
Im Schweigen der Worte, Bilder und Gefühle und im Berührt-werden von Gott finden Menschen zum inneren Kern und Geheimnis ihres Wesens. Sie erfahren eine Tiefe, die ihnen im Lärm und der Geschäftigkeit ihres Lebens oft verschlossen bleibt.

· kommunikativ
Im Sinn der Emmausgeschichte des Lukasevangeliums versteht sich christliche Spiritualität als gemeinsamer und dialogischer Weg. Damit sich Menschen nicht in sich selbst verschließen, brauchen sie Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter.

· integral
Christliche Spiritualität betrachtet den Menschen als eine Einheit von Körper, Geist und Seele und will helfen, sich in allen Dimensionen wahrzunehmen. Auch Fragen und Zweifel an Gott und am Sinn des Lebens haben ihren legitimen Raum, ja sie können, wenn sie durchlebt werden, eine Spur zum Glauben sein. So praktiziert ist christliche Meditation keine Inselerfahrung, sie wirkt vielmehr auf die alltäglichen Lebensvollzüge ein und trägt zur persönlichen Menschwerdung bei.

· heilend
Christliche Spiritualität bringt Menschen mit der Person und Botschaft Jesu in Berührung und lässt sie an Gottes Menschwerdung teilhaben. Sie wirkt darum läuternd und heilend auf sie und fördert ihren Wachstumsprozess, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr ethisches Bewusstsein. Wir stellen uns die Aufgabe, liturgische und meditative Heilungsrituale zu entwickeln und zu feiern, die Menschen zur Annahme ihrer Schatten, zur Aufarbeitung unversöhnter Beziehungen und zur Eigenverantwortung für ihr Leben motivieren. 

· politisch
Christliche Spiritualität ermutigt Menschen, sich für humane Lebensbedingungen zu entscheiden und in ihrer Mit- und Umwelt Verantwortung zu übernehmen. Sie erschließt geistliche Grundlagen für gesellschaftspolitisch relevante Themen. Solche Themen sind beispielsweise: Gewaltlosigkeit, Friedenspolitik, Leben in der einen Welt, alternative Strategien im Energieverbrauch, Nachhaltigkeit.


Programm

Das Programm des Zentrums für Meditation und Spiritualität entfaltet sich in folgenden Formen:

Gebet und Liturgie
 
Wir feiern Eucharistie und gestalten Gebetszeiten mit verschiedenen Elementen: Stille, Symbole und Rituale, Musik und Tanz, Heilungs- und Segensgebete.

Unsere gottesdienstlichen Feiern sind offen für alle, denen eine meditative Gestaltung zusagt.

Geistliches Leben

Wir laden ein, Stille als Weg zur eigenen Mitte zu entdecken, die das Geheimnis Gottes berührt und unsere Mitmenschen besser verstehen lässt.

Wege des Heilwerdens

Heilung ist ein Prozess, der den Menschen in seiner Ganzheit einschließt: Beziehungen und Einstellungen zum Leben, Gesundheit und Kranksein, Verwundung und Versöhnung, Zweifel und Glaube. Wir sehen einen Weg des Heilwerdens darin, Risse und Brüche unserer Lebensgeschichte und unsere Sehnsucht nach Heil und Heilung mit Gott in Berührung zu bringen und von Gott berühren zu lassen.

Wegbegleitung

Wir haben Zeit für ungestörte Gespräche und bieten unsere geistliche Kompetenz für einmalige oder für längerfristige Begleitungsgespräche an.

Spirituelles Wissen

Eine besonders spannende Entdeckungsreise führt uns zu den spirituellen Lehrerinnen und Lehrern in Geschichte und Gegenwart sowie zu großen Mystikerinnen und Mystikern, die in verschiedenen Kulturen und Epochen zu finden sind.

Musik, Bewegung und Kreatives

Wir verstehen christliche Spiritualität als eine umfassende Lebenshaltung, deren Quelle die Freude an Gott und deren Ziel die Humanisierung des Lebens ist. Unsere Angebote wollen Kreativität, Lebendigkeit und authentischen Ausdruck fördern.

Praxisbegleitung

Wir möchten Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie kirchlich engagierten Frauen und Männern, die ihre geistliche Leitungskompetenz erweitern und verfeinern möchten, mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Netzwerk

Das Zentrum für Meditation und Spiritualität ist eingebunden in ein weites Netzwerk pastoraler Arbeit. Es sucht die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden der Stadt Frankfurt ebenso wie mit den Exerzitienhäusern und dem Exerzitienreferat des Bistums, mit "Refugium für Mitarbeitende in Caritas und Pastoral", den geistlichen Begleiterinnen und Begleitern des Bistums, mit dem ökumenischen Arbeitskreis Meditation, mit den in Frankfurt ansässigen Ordensgemeinschaften, mit der Katholischen Glaubensinformation, mit dem Referat für Weltanschauungsfragen und mit Anbietern von Glaubenskursen.

Zur Förderung des ökumenischen und interreligiösen Dialoges in der Stadt Frankfurt pflegt das Team des Zentrums den Kontakt und die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen in Frankfurt.

TAGESEVANGELIUM

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Joh 4,43-54